Bootseignern unter kroatischer Flagge droht Zwangsabmeldung

Wie der auch in Kroatien tätige nautische Pannendienst SeaHelp auf seiner Homepage mitteilt, droht zahlreichen kroatischen und ausländischen Bootseignern, die unter kroatischer Flagge registriert sind, die Zwangsabmeldung zum 31.12.2019, wenn die Angaben im Bootsregister nicht vollständig sind. Offensichtlich plant man, das Register zu bereinigen.

Da die Maßnahmen recht kurzfristig nur in kroatischer Sprache auf der Homepage des zuständigen Ministeriums publiziert wurden, haben wohl die wenigsten Eigner davon überhaupt Kenntnis erhalten. Unter dem Link (https://www.sea-help.eu/boote-unter-kroatischer-flagge-zwangsabmeldung-droht-zum-jahresende) findet man eine Tabelle mit den Kennzeichen der betroffenen Boote und Yachten sowie Handlungsanweisungen.

Der Hintergrund: Mit dem EU-Eintritt Kroatiens nutzten viele Eigner das Angebot, auf die kroatische Flagge umzusteigen, um von einer deutlich reduzierten Einfuhrumsatzsteuer zu profitieren. Dazu musste beispielsweise eine kroatische Steuernummer (OIB) und eine gültige Zustellanschrift für die jährliche Gebührenrechnung hinterlegt werden, was in vielen Fällen offensichtlich unterblieb. Als Rechtsfolge konnten Gebührenrechnungen nicht erstellt, bzw. zugestellt werden, so dass sich das Ministerium jetzt zu dieser recht kurzfristigen Maßnahme entschloss.

Eignern, deren Schiff in der von SeaHelp in deutscher Sprache veröffentlichten Liste auftaucht, bleibt nichts anderes übrig, als noch vor dem Jahresende die erforderlichen Daten beizubringen, was wohl in den meisten Fällen nur mit einem persönlichen Erscheinen vor Ort in Kroatien möglich sein wird. Da schon in der Woche vor Weihnachten bis zum 6. Januar das öffentliche Leben in Kroatien quasi still steht und auch die meisten Behörden nicht besetzt sind, wird die Zeit knapp. Übrigens: Auch viele Versicherer erfordern eine gültige Zulassung, so dass denjenigen, die nicht mehr rechtzeitig tätig werden können, auch der Verlust des Versicherungsschutzes droht.