Alles “easy”: Volvo Penta Easy Connect

„Lernen Sie Ihr neues Crewmitglied kennen“, fordert die Firma Volvo Penta viele Skipper auf, die Motoren des schwedischen Herstellers an Bord installiert haben. Und damit ist kein blinder Passagier gemeint, sondern „Easy Connect“ – das neue Interface zur Übermittlung von Boots- bzw. Motordaten an das Smartphone und/oder Tablet.

Nimbus-Importeur Daniel Goertz, Geschäftsführer der Firma Nautic Yachting in der ancora Marina in Neustadt in Holstein hat das Volvo Penta Easy Connect Interface eingebaut und installiert, um zu erfahren, welchen Mehrwert das System seinen Kunden bringt.

Die Installation ist für jemanden, der etwas technisch versiert ist, im Prinzip nicht schwer. „Wir empfehlen aber, die Installation von einem Fachhändler durchführen zu lassen“, so Klaus Spittler von Volvo Penta Germany in Kiel.

Das Volvo Penta Easy Connect Interface vor dem Einbau (Foto: D. Goertz/Nautic Yachting)

Daniel Goertz – von Berufs wegen natürlich schon im Thema – hat sich selber mit der Installation befasst: „Es gibt zwei Schnittstellen-Kits von “Easy Connect” – für Benzinmotoren ohne Electronic  Vessel Control (EVC) ab dem Baujahr 2006 und für Benzin- und Dieselmotoren mit EVC“, so Goertz und erläutert: „ Wir haben die Installation und Funktion in der zweiten Variante auf einem unserer neuen Vorführschiffe, einer  Nimbus 365 Coupé Baujahr 2018, die mit einem Volvo Penta Dieselmotor vom Typ D6-435 ausgerüstet ist, getestet. „Im Grunde wurde das bisherige Daten-Gateway, das die Electronic Vessel Contol (EVC) der Volvo Penta Motoren mit dem NMEA-Netzwerk des Bootes verbindet, um eine Bluetooth-Schnittstelle und die passende App zur Verarbeitung und Anzeige der Daten auf einem Mobilgerät erweitert”, erklärt Goertz das Prinzip.

Das neue Volvo Penta Easy Connect Interface wird auf einer Nimbus 365 Coupé mit einem Volvo Penta D6-435 installiert (Foto: Adstream AB / Nimbus Boats)

Zum Einbau muss ein Kabel in einen EVC-Verteiler für das Volvo Penta Datennetzwerk und optional ein Kabel in einen NMEA-Verteiler zum Einspeisen der Motordaten in das Bord-Datennetzwerk gesteckt werden. Eine externe Stromversorgung des Interfaces ist nicht notwendig. „Ideal ist es, wenn eine Position gefunden wird, an der beide Schnittstellen nahe beieinander liegen. Dann sind Verlängerungen überflüssig und zusätzliche Kosten und eventuelle Fehlerquellen werden vermieden“, stellt Goertz fest. Im Falle unserer Nimbus ist alles gut erreichbar: Direkt hinter dem Kartenplotter am Steuerstand sind die beiden Schnittstellen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Für die Installation muss hier lediglich der Kartenplotter ausgebaut werden, und schon liegen alle Anschlüsse gut zugänglich frei.

Ideale Voraussetzungen für den Anschluss des Volvo Penta Easy Connect Systems: EVC- und NMEA-Steckleisten liegen übersichtlich nebeneinander. (Foto: D. Goertz/ Nautic Yachting)

Vor der Installation sollte der Bluetooth-Zugangscode, der später zum Koppeln des Interfaces mit dem Smartphone oder Tablet benötigt wird, notiert werden – Er ist auf unten rechts auf dem Aufkleber mit der Seriennummer des Interfaces zu sehen und wer weiß, ob man nach der Installation noch gute Sicht zum Ablesen auf den Code hat?

Zur Sicherheit sollten bei der Installation alle Systeme ohne Strom sein. Also: Plotter ausschalten und Zündung aus, gff. auch die Hauptschalter auf „OFF“. Der Rest ist simpel: EVC-Stecker setzen, NMEA-Stecker setzen, jetzt Hauptschalter, Zündung und das Navigationssystem wieder einschalten. Idealerweise blinkt jetzt eine grüne LED am Interface gleichmäßig und bestätigt so, dass die Electronic Vessel Control und der NMEA-Datenbus korrekt verbunden sind. Eine blaue LED zeigt nun an, dass noch keine Bluetooth-Verbindung zu einem Endgerät besteht.

Nimbus-Importeur und Nautic Yachting Geschäftsführer Daniel Goertz installierte das Volvo Penta Easy Connect System auf einer Nimbus 365 Coupé

Doch das wird sich gleich ändern – Im App-Store suchen wir nach der “Volvo Penta Easy Connect”-App und laden sie auf das Smartphone. In unserem Falle nutzen wir ein Apple iPhone 8. Aber auch die Android-Variante der App soll laut Volvo Penta demnächst im Play-Store zum Download bereit stehen. Nun die App starten, den Bootsnamen eingeben, auswählen ob die Version mit oder ohne EVC verwendet wird und den  „Weiter“-Button drücken. Jetzt erscheint ein Anmeldebildschirm, auf der der besagte Bluetooth-Code zum Koppeln der Geräte eingeben werden muss.

Für die Koppelung mit dem Endgerät muss der Bluetooth-Code eingegeben werden.
(Foto: D. Goertz/ Nautic Yachting)

Nach der erfolgreichen Koppelung wird das Mobilgerät quasi zum tragbaren Volvo Penta Armaturenbrett. Die App ermöglicht den Zugriff auf Motordaten wie Verbrauch, Drehzahl, Öldruck, Temperatur, Tankinhalt, Verbrauch, Restreichweite, zurückgelegte Fahrtstrecken usw. Sofern das Interface auch am NMEA-Datenbus angeschlossen ist, können die Motordaten auch auf kompatiblen Multifunktions-Displays/Kartenplottern dargestellt werden.

Gute Übersicht über Fahr und Motordaten: Das Tablet wird zum Backup an Bord.
(Foto: D. Goertz/ Nautic Yachting)

An Bord kann das Mobilgerät nun beispielsweise als Backup oder der schnellen Kontrolle der Daten für Crewmitglieder von jedem Punkt des Bootes aus dienen. Zuhause ist die einfache Törnplanung oder die Überprüfung der letzten Tankfüllstände für die nächste anstehende Reise möglich. So haben z.B. Bootseigner immer eine Übersicht über den Status des Bootes. Via E-Mail können Wartungs- oder Reparaturaufträge direkt an den nächsten Volvo Penta Vertragspartner gesendet werden. Der kann sofort die Motordaten auslesen und weiß sofort, welche Ersatzteile er mitbringen muss und welcher Service notwendig ist.

Auch der Spaß kommt natürlich nicht zu kurz: So können über die sozialen Netzwerke Standort und die Reiseroute mit Freunden geteilt werden, oder der Urlaubs-Törn von zu Hause aus vorgeplant werden. Wählt der Skipper den „Captains View“ an, hat er wie auf einem virtuellen Instrumentenboard direkten Zugriff auf alle Live-Daten des Bootes. Über den „Home View“ Modus kann er die Protokolle, Verbräuche, Motordaten der letzten Reisen checken oder schon den nächsten Törn planen. Ein erster Funktionstest ergab zudem: Die App ist übersichtlich gestaltet, läuft stabil und schnell, die einzelnen Darstellungen sind intuitiv abrufbar.

Das intuitiv bedienbare Menü beitet eine gute Auswahl an Zugriffsmöglichkeiten. Die App läuft stabil (Foto: D. Goertz/ Nautic Yachting)

Nimbus-Importeur Daniel Goertz ist jedenfalls überzeugt: „ Das Volvo Penta „Easy Connect“ System ist eine sinnvolle Erweiterung, ist schnell installiert, gibt eine gute Übersicht über den technischen Status des Bootes, erleichtert die Planung und macht Spaß. Wir werden es unseren Kunden empfehlen.“

Der Endkunden Verkaufspreis für die Schnittstelle startet bei 369.-€ incl. 19% MwSt. je nach Ausführung. Infos zur Kompatibilität der Motoren-Baureihen gibt`s unter www.volvopenta.com oder beim Volvo Penta Vertragspartner.

Die Redaktion dankt der Firma Nautic-Yachting für die freundliche Unterstützung bei der Umsetzung des Praxistests. www.nautic-yachting.com