Motorbootfahrer und Segler hoffen auf den Sasionstart

Corona: Lockerungen für Sportboot-Skipper

In den meisten Bundesländern ist der Betrieb und die Nutzung von Sportbooten unter Auflagen wieder möglich oder aber wird in wenigen Tagen möglich sein. Allerdings gelten Einschränkungen, die sich auch je nach Bundesland unterscheiden können.

Update 11. Mai 2020

Bootseigner und Crews sollten sich aber im Zweifelsfalle vor Ort, z.B. beim zuständigen Landkreis oder der Wasserschutzpolizei über die lokalen Bestimmungen informieren.

I.d.R. sollten auch die Vereine, die Hafenbetreiber und natürlich die Landesverbände des Motorbootsports über entsprechende Informationen verfügen.

Entscheidend für den dauerhaften Bestand und die weitergehende Lockerung der Beschränkungen ist, dass die Infektionszahlen sinken, bzw. auf niedrigem Niveau stabil und damit beherrschbar bleiben, bis ein Impfstoff entwickelt ist. Ob das gelingt, liegt am Verhalten und an der Solidarität Aller.

Quelle: DOSB

Schleswig-Holstein

Ab dem 4. Mai ist der Zutritt zu den Häfen in Schleswig-Holstein und den Booten wieder unter den Auflagen der Coronaschutz-Maßnahmen gestattet und kontaktarmer Freizeitsport für ein bis zwei Personen unter freiem Himmel soll ermöglicht werden.

Auch Bootsbesitzer, die nicht aus Schleswig-Holstein kommen, dürfen wieder an Bord Ihrer Boote. Allerdings müssen Bootseigner in der Lage sein, im Falle von Krankheitssymptomen innerhalb von 24 Stunden wieder an den Erstwohnsitz zurückzukehren.

Mecklenburg Vorpommern

Die Wasserschutzpolizei hat die Regeln zumindest für die einheimischen Skipper präzisiert. So dürfen Arbeiten am Schiff im Winterlager ausgeführt werden, das Kranen und Slippen bleibt aber ausschließlich den Werften vorbehalten. Auch aufs Wasser darf man mit seinem Boot, selbst Übernachtungen an Bord sind erlaubt, allerdings unter strengen Auflagen und unter Einhaltung der Regeln der Kontaktbeschränkung. Auch die Charterflotte auf den Mecklenburger Seen kann sich für die Saison rüsten, denn ab dem 25. Mai dürfen auch Gäste aus anderen Bundesländern wieder einreisen.

Hamburg

Auch in Hamburg gelten ab heute (6.Mai) gelockerte Regeln beim Freizeitsport. So sind auch hier analog zu den Bestimmungen in anderen Ländern Individualsportarten im Freien unter Einhaltung der Abstandsregeln erlaubt. Als Beispiel wurden beim Wassersport Rudern und Segeln genannt – wir gehen davon aus, dass auch die Motorbootfahrer hiervon bald profitieren. Zur Sicherheit sollten sich Eigner und Skipper aber vor Ort informieren.

Niedersachsen

Auch in Niedersachsen scheint sich die Situation zu entspannen – zumindest wenn eine Pressemitteilung des Landkreises Stade entsprechend ausgelegt wird. Danach werden Sportboothäfen und Vereine vom zuständigen Ministerium nicht mehr als Sportstätten im eigentlichen Sinne angesehen. Der Betrieb und die Nutzung der Boote ist unter Wahrung der Regeln zum Corona-Schutz daher zulässig.

Der Landesverband Motorbootsport Niedersachsen (LMN) stellte jedoch fest, “…dass die Stellungnahme des Niedersächsischen Sozialministeriums zu Wassersportanlagen in Sachen “Corona” z. Zt. noch unterschiedlich gelebt wird.” Daher wurde an die Vereine und Sportbootfahrer bisher die Empfehlung gegeben, dass sich Bootseigner bei dem für sie zuständigen Kreis informieren und absichern mögen.

Das könnte sich nun ändern, denn am Montag den 4. Mai hat die niedersächsische Landesregierung nun einen 5-Stufenplan aufgestellt, der auch weitere Klarheit und Lockerungen für die Sportschifffahrt mit sich bringt.

Ab dem 6. Mai sind danach “…Outdoor-Sportanlagen für alle Sportarten mit dauerhafter Sicherstellung Abstandregelung (2m) geöffnet..” das betrifft somit auch Sporthäfen. Ab dem 11. Mai ist auch die “…Beherbergung zu touristischen Zwecken in Ferienwohnungen/ -häuser, Campingplätze, auf Booten und Wohnmobilstellplätzen …” wieder zulässig, sodass auch niedersächsische Bootseigner eine klare Perspektive haben.

Bremen

Laut der Website des Landesverbandes Motorbootsport Bremen ist die Nutzung von Sportbooten nun seit dem 25. April wieder erlaubt. Sportsenatorin Anja Stahmann aus Bremen sagte im Weser Kurier, dass über „Perspektiven zur Wiederaufnahme des Sports und einen stufenweisen Wiedereinstieg in den Trainings- und Wettkampfbetrieb im Rahmen der Corona-Pandemie-Strategie beraten wurde“. Ziel sei es, zunächst im Breiten- und Freizeitsport der Trainingsbetrieb wieder zu erlauben, sofern die Sportangebote an der frischen Luft stattfinden. Dabei müsse immer ein Abstand zwischen den Sportlern von zwei Metern sowie die Einhaltung der üblichen Hygienemaßnahmen gewährleistet sein. Unter strengen Auflagen und Kontaktvermeidung sind auch Arbeiten im Winterlager möglich.

Brandenburg

Der Präsident des Landesverbandes Motorbootsport Brandenburg Detlev von Jagow konnte in einem Schreiben an die Mitglieder vermelden: “Ab 20. April 2020 ist das Betreten des Vereinsgeländes und Bootssteges unter Einhaltung der Abstandsregeln in Brandenburg wieder erlaubt. (…) Die Nutzung des eigenen Bootes ist nur zu zweit bzw. zu mehr Personen gestattet, wenn sie im gemeinsamen Haushalt wohnen.”

Berlin

Auch der Motoryachtverband Berlin hat sich für eine entsprechende Änderung der Regeln stark gemacht, die dann auch wenig später erfolgte. Lt. einer E-Mail der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport ist es wieder grundsätzlich – unter Wahrung des 1,5 Meter Abstandes zueinander und der Einhaltung der Regeln zum Schutz vor der Ausbreitung des Corona Virus – möglich “…Wassersportgrundstücke einschließlich der Stege zu betreten, um mit den dort liegenden Booten auf das Wassers zu fahren. Auch das Betreten der Bootshäuser, um dort gelagerte Boote heruaszuholen oder zurückzubringen, wird grundsätzlich wieder zulässig sein….” Ausführend dazu heißt es zudem: “Auch weiterhin gilt, dass die Sportausübung – auf den Sportanlagen und Grundstücken wie auch auf den Stegen und Booten – nur alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer anderen Person, ohne jede Gruppenbildung zulässig ist.”

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist die Infrastruktur wegen der Schließung der Vereine und Häfen z.T. noch im Ruhezustand. Das Fahren als solches ist allerdings nicht untersagt, so die Aussage des Landesverbandes Motorbootsport Sachsen-Anhalt. Auch in Thüringen ist die Situation nach den vorliegenden Informationen entsprechend.

Sachsen

Auch in Sachsen ist die Nutzung der Bundeswasserstraßen für die Sport- und Freizeitschifffahrt nicht verboten, daher kann auch mit Sportbooten unter Beachtung der derzeit gültigen Corona-Verordnung (-Regeln zur Abstandswahrung, Kontaktverbot, Hygienevorschriften) im Prinzip gefahren werden. 

Nach Information durch den Sächsischen Motorwassersportverband (SMWV) sind ab dem 4. Mai und bzw. ab dem 5. Mai (wegen Bestätigung von Auflagen durch die Vereine) die Außensportstätten und damit auch die Sportboothäfen unter Auflagen wieder geöffnet und die Boote/ Steganlagen werden derzeit in Sachsen ins Wasser gebracht. 

Der SMWV verwies auf die konstruktive Zusammenarbeit der zuständigen Landesbehörden mit den Verbänden. In einem Schreiben bedankten sich die Verbände: ” Ich möchte Ihnen und den Mitarbeitern für die Unterstützung dieser sicherlich nicht ganz einfachen Umsetzung herzlichst danken. Hier wurde nunmehr der erste Schritt für eine stufenweise und kontrollierbaren Öffnung von zunächst Außensportstätten unter Auflagen für Vereinssport der Sportlerinnen und Sportler nach den LSBs und DOSB gemeinsam abgestimmten Vorgaben umgesetzt. Wir hoffen und wünschen uns, dass auch baldige Öffnung für Mannschaftssportarten und Aktivitäten in den Sporthallen schrittweise wieder möglich werden.”

Hessen

In Hessen ist nach Auskunft des Hessischen Landesverbands Motorbootsports das Fahren mit dem Boot grundsätzlich im Rahmen der Regeln zur Kontaktvermeidung gestattet. Hier gibt es ebenfalls eher das Problem, dass in manchen Häfen die Infrastruktur wie z.B. die Schwimmstege nach der Wintersaison noch nicht im Wassers sind.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen hat die Wasserschutzpolizei die Regeln präzisiert. Danach ist der individuelle Betrieb von Sportbooten unter Einhaltung der „Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierung mit dem Coroanavirus SARS-CoV-2“ (CoronaSchVO) zu zweit oder im Kreise derer, die im selben Haushalt leben grundsätzlich erlaubt.

Rheinland-Pfalz

Eigner aus Rheinland-Pfalz dürfen wieder zu ihren Schiffen und auch der Betrieb ist wieder gestattet. Das geht aus der Auslegungshilfe zur 4. Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz vom 17. April 2020 hervor, in denen der Betrieb von Sportboothäfen ausdrücklich gestattet ist. Es gelten selbstverständlich weiterhin strenge Regeln zur Abstandswahrung, des Kontaktverbotes und der Hygiene.

Bayern

In Bayern wurde das Verbot, das besagt, dass der Betrieb Maschinen-getriebener Sportboote gänzlich untersagt ist, ganz aktuell gerichtlich einkassiert.

Ab Montag, 11.05.2020 ist das Fahren mit Motor- und Segelbooten direkt aus den Häfen und Liegeplätzen heraus erlaubt, wie aus einem Infobrief des Bayerischen Motoryachtverbands hervorgeht. Ebenso ist das Kranen bzw. Slippen der Boote und das Einbringen der Schwimmstege gestattet. Für die Häfen sollten entsprechende Verfahrensanweisungen, die das Abstandsgebot und das Tragen von Masken z.B. beim Kranen und Slippen und dem Einbringen von Stegen regeln, erlassen werden.

Die Häfen selbst mit ihrer Gastronomie und Club- sowie Nebengebäuden bleiben weiter außer für die oben genannten Zwecke gesperrt. Das Übernachten auf Booten ist auch weiterhin nicht erlaubt.

Für Spitzensportler in nichtolympischen Disziplinen ist das Training wie für jeden Privatmann erlaubt.

Baden-Württemberg

Auch Baden-Württemberg hat laut einem Schreiben der Internationalen Wassersportgemeinschaft Bodensee e.V. (IWGB) bei den Lockerungen in Bayern nachgezogen. Der bayerische Ministerpräsidenten Söder hatte auf einer Pressekonferenz am 5. Mai bereits verlautbart, dass man sich bei den Maßnahmen mit Baden-Württemberg regional abstimmen werde.

Im Zweifel vor Ort informieren

Die Infos und Angaben dieses Beitrags sind ohne Gewähr. Im Zweifelsfalle sollten sich Bootseigner vor Ort bei der zuständigen Wasserschutz-Polizei informieren. Die Redaktion des MotorBoot Magazins und von MotorBoot Online wünscht allen Lesern und Usern eine sonnige, fröhliche und vor allem gesunde Wassersportsaison 2020 und wir bitten Sie: Halten Sie Abstand!