Volvo Penta:

Neue Volvo Penta D4 / D6 Motoren – neuer Aquamatic Z-Antrieb

Sie sind die Arbeitspferde unter den Dieselmotoren des schwedischen Herstellers und fast alle großen Hersteller setzen bei der Motorisierung Ihrer Yachten in der Größenordnung zwischen ca. 30 und ca. 60 Fuß mit Dieselmotoren auf diese beiden Modellreihen aus dem hohen Norden. Nun wurden beide Motorenmodelle runderneuert.

Die nächste Generation der D4 & D6 Antriebspakete

Mit über 100.000 produzierten Einheiten erhalten die Schiffsantriebe Volvo Penta D4 und D6 ein umfassendes Helm-to-Prop-Update, das mehr Leistung und Zuverlässigkeit bietet, während die Betriebskosten laut Hersteller um ein Drittel gesenkt werden. Die Updates umfassen neu entwickelte Motoren, einen komplett neuen Aquamatic- Sterndrive, einen aktualisierten IPS-Antrieb und ein verbessertes elektronisches Steuerungssystem.

Seit der Einführung im Jahr 2003 hat Volvo Penta seine D4 & D6-Antriebspakete der nächsten Generation umfassend überholt. Sie sind in drei verschiedenen Varianten erhältlich: Volvo Penta IPS, Inboard und Aquamatic Sterndrive. Die Vorteile berühren fast jeden Aspekt, den Bootsbesitzer für wichtig halten – einschließlich Leistung, Zuverlässigkeit, Haltbarkeit, Betriebskosten, Wartung, mehr Fahrkomfort und mehr Manövrierfähigkeit. Die Verbesserungen umfassen das Re-Engineering der Motoren, die Bereitstellung von mehr Leistung und Drehmoment sowie die Gewährleistung höchster Zuverlässigkeit. Sie sind perfekt aufeinander abgestimmt mit einem verbesserten IPS-Pod und dem neuen DPI Aquamatic Sterndrive, die mehr Komfort und Manövrierfähigkeit sowie einfachere Wartung und Instandhaltung bieten.

Neue Motorenkonstruktion

Ingela Nordström, Product Manager D4/D6 und Johann Westeräng, Volvo Penta Product Management präsentierten die neuen Motoren vor der Fachpresse. Foto: Marie Ullnert/Bilduppdraget

Bei der Neuauflage der beiden Baureihen wurden nicht nur einzelne Veränderungen im Detail vorgenommen, sondern ca. 80 Prozent aller Bauteile in den beiden Modellreihen sind neu konstruiert worden und ersetzen die entsprechenden Komponenten der bisherigen Modelle. Das fängt mit dem Motorblock an, geht weiter über zahlreiche Bauteile in der äußeren Peripherie wie Luftfilter, Ölseparator, Generator, Turbolader und Kompressor und endet im „Herzen“ des Dieselmotors mit neuen Kolben, Ventilen, Kurbelwellen, um die größeren Lasten zu bewältigen. Zudem sorgt eine neue, schnellere Einspritzanlage mit 2000 bar Druck für eine noch höhere Kraftstoff- und Verbrennungseffizienz.

Die 3,7 Liter D4 und 5,5 Liter D6, wurden ausschließlich für Anwendungen an Bord von Schiffen entwickelt. Sie sollen die maximale Leistung über den gesamten Drehzahlbereich auf die Propeller ins Wasser übertragen. Sie liefern je nach Baureihe, Modell, Anwendung und Antrieb Leistungswerte zwischen 150 und 480 PS. In der Top-Spezifikation hat der D4 jetzt eine maximale Leistung von 320 PS, während der D6 in der Top-Spezifikation 480 PS leistet. Diese Motoren sind nicht nur um ca. 10% leistungsstärker, sondern auch zwischen 0,5 und 7,0 Prozent sparsamer (im E5-Zyklus).

Zudem haben die neuen Motoren längere Wartungsintervalle und weniger Teile die turnusmäßig ersetzt werden müssen. All dies summiert sich zu jährlichen Einsparungen bei Kraftstoff, Teilen und Service.

Dynamische Antriebsstränge

Während der IPS-Antriebsstrang Verbesserungen in Bezug auf Haltbarkeit und Zuverlässigkeit aufweist, ist es der neue DPI-Heckantrieb, der für Veränderungen sorgt. Galt das deutliche, schon fast rabiate Einrücken der Kupplung der Volvo Penta Aquamatik Antriebe bisher schon fast als „Naturgesetz“ und trieb Skippern den Schweiß auf die Stirn, wenn ihr Boot in engen Häfen mit einem deutlichem Ruck schlagartig Fahrt aufnahm, ersetzt nun die neue hydraulische Kupplung die bisherige mechanische Konus-Kupplung und sorgt für ein leises und sanftes Schalten sowie die Möglichkeit wie bisher schon beim IPS-Antrieb auch hier im „Low-Speed-Mode“ bei Standgasdrehzahl mit der Friktion der Kupplung zu arbeiten und diese sukzessive von 10 Prozent bis auf 100 Prozent zu steigern, bevor die Drehzahl erhöht wird. Das führt zu verbesserter Manövrierfähigkeit und höherem Komfort bei sehr niedrigen Bootsgeschwindigkeiten. Dieser Low-Speed Mode ist dabei ohne zeitliche Begrenzung einsetzbar, da die Kupplungslamellen in Öl laufen und so keine Gefahr der Überhitzung und des Verschleißes besteht.

Die hydraulische Kupplung in Verbindung mit elektrischer „Steer-by-Wire“ Steuerung, die jetzt auch beim neuen DPI Antrieb Standard ist, ermöglicht zudem eine verbesserte Nutzung des Joysticks. Der ist jetzt mit dem Autopiloten verbunden und dient nun nicht nur beim Manövrieren zur Steuerung der Yacht, sondern auch der Kurskorrektur bei hohen Geschwindigkeiten. Der DPI-Antriebsstrang ist zudem auch mit einem dynamischen Positionierungssystem ausgestattet, das den Kurs und die Position eines Bootes auch bei starken Strömungen oder Wind automatisch beibehält – ideal zur Vorbereitung aufs Anlegen oder z.B. auf Warteposition vor Schleusen. Die Inboard-Version ist auch für Wellen- und Jetantriebe erhältlich.

Zweite Generation der Electronic Vessel Control (EVC)

Ein wichtiger Aspekt dieser umfangreichen Serie von Verbesserungen an den D4/D6-Schiffssystemen ist auch eine neue Generation der elektronischen Schiffssteuerung EVC2 von Volvo Penta. Das EVC2 ist das erste große Upgrade seit der Einführung des Systems im Jahr 2003 und verbindet und verwaltet die interne Kommunikation zwischen dem Motor und den Hebeln, Bildschirme usw. Mit einem völlig neuen Betriebssystem ist der EVC2 jetzt unabhängiger vom Motor als zuvor und wird als primärer Zugang und Systemverwalter an Bord fungieren, einschließlich Ferndiagnose und Konnektivität mit weiteren Systemen.

www.volvopenta.com