Volvo Penta: Elektrifizierung der Schifffahrt geht voran

Neue Initiativen bieten praktische Erfahrungen bei der Elektrifizierung der Schifffahrt im kommerziellen Bereich, die in gar nicht so ferner Zukunft auch dem Freizeit-Bootsmarkt zugutekommen könnten.

In den letzten Monaten hat Volvo Penta weitere Schritte auf dem Weg zur Elektrifizierung der Schifffahrt unternommen. Die von Volvo Penta und Danfoss betriebenen hybriden Crew-Transfer-Schiffe für MHO-Co mit ihrem elektrischen IPS-Antrieb wurden in einem Offshore-Windpark in Großbritannien in Betrieb genommen. Volvo Penta kündigte kürzlich eine Zusammenarbeit mit Hurtigruten Svalbard an, um deren neues Ausflugsschiff mit einem Hybridkonzept auf der Grundlage des D4 Aquamatic-Pakets anzutreiben. Außerdem wurde vor kurzem mit Danfoss Editron eine Partnerschaft zur Elektrifizierung auf See geschlossen.

Volvo Penta IPS hybrid
Mit dem ersten IPS-Hybrid System setzt auch Volvo Penta den Kurs auf die elektrische Zukunft und bedient sich auch der Komponenten aus anderen Sparten der Volvo-Gruppe.

Volvo Penta hatte zudem die Akquisition des norwegischen Unternehmens ZEM bekannt gegeben. Volvo Penta hat sich das Ziel gesetzt, im Jahr 2050 ein Null-Emissionen Unternehmen zu sein. All diese Maßnahmen helfen den Ingenieuren und Technikern des Unternehmens nach eigenen Angaben, die Bedürfnisse der Kunden und die Leistungsfähigkeit der Installationen in der Praxis zu erproben. Derzeit steht die kommerzielle Schifffahrt im Fokus, da es hier derzeit die größte Nachfrage nach alternativen Technologien gibt. So sollen z.B. die zahlreichen Fähren für den Inlandtransport auf den Fjorden Norwegens Zug um Zug elektrifiziert werden.

Die Zusammenarbeit mit den Kunden ist für Volvo Penta dabei die Gelegenheit, um Erfahrungen im anspruchsvollen praktischen Betrieb zu sammeln und die Systeme und die neue Technologie ausgiebig zu testen. Dabei sind Fortschritte in Bereichen wie der Batterietechnologie und der Ladeinfrastruktur entscheidend, um zu gewährleisten, dass die gewünschte Reichweite und damit auch die Möglichkeit, Zeit auf dem Wasser zu verbringen, garantiert werden kann. Allerdings wird auch erwartet, dass die neue Technologie auch die Nutzung beeinflussen wird. Auch hier ist es notwendig, Erfahrungen zu sammeln, um die entsprechenden Erkenntnisse in den Entwicklungsprozess der neuen Technologien einfließen zu lassen.

Eines der beiden Crew Transfer Vessel, die von einem Volvo Penta / Danfoss Hybrid Antriebsstrang angetrieben werden.

“Als Teil der großen Elektromobilitäts-Initiativen des Volvo-Konzerns verfügt Volvo Penta über eine solide technologische Grundlage, die wir nutzen können. Die Elektromobilität in der Schifffahrt stellt jedoch besondere Anforderungen”, erklärt Peter Granqvist, Chief Technology Officer, Volvo Penta. “Es gibt sehr spezifische Überlegungen, die von größter Bedeutung sind, was die Installationsumgebung, die Sicherheit sowie den Anwendungsfall selbst und die derzeit fehlende Ladeinfrastruktur betrifft.” Granqvist hatte bereits früher in einem Interview mit MotorBoot Online, die Ziele und die Maßnahmen des Konzern hin zu einem fortschreitenden Einsatz elektrischer Antriebe beschrieben.

Die Erkenntnisse aus der kommerziellen Schifffahrt werden dazu beitragen, neue Lösungen für den Freizeitbereich zu entwickeln, so Volvo Penta. Fortschritte im Bereich der kommerziellen Schifffahrt können so dazu beitragen,  auch die Entwicklung der Batterietechnologie und der Ladeinfrastruktur für die gesamte Schifffahrtsbranche zu beschleunigen.

Auch auf dem Freizeitschifffahrtsmarkt sind Trends zu einem kontinuierlichen Wandel hin zu mehr Elektrifizierung erkennbar. Integrierte Lösungen und ein ganzheitlicher Systemansatz werden sowohl für den Freizeit- als auch für den kommerziellen Sektor ein Schlüsselfaktor für die Elektrifizierung auf See sein. Für Bootseigner und kommerzielle Betriebe wird dabei die problemlose und einfache Bedienung und Wartung eine wichtige Rolle spielen. Fortschritte bei der Entwicklung voll integrierter, elektrischer Lösungen in der kommerziellen Schifffahrt können so auch auch neue Möglichkeiten für die Freizeitschifffahrt eröffnen.

Volvo Penta und Danfoss-Techniker arbeiten an Bord einen Windkraftversorgers zusammen.

Erste Erfahrungen mit einem elektrischen Saildrive-Konzept wurden in Zusammenarbeit mit Fountaine Pajot gesammelt. Die elektrische Transformation auf See entwickelt sich Schritt für Schritt weiter. In dem Maße, in dem die Technologie voranschreitet und die Benutzererfahrung sowohl im kommerziellen als auch im Freizeitbereich zunimmt, erwartet Volvo Penta daher eine steigende Nachfrage nach elektrischen Lösungen bei den Bootsfahrern. Im Bereich größerer Freizeityachten sind die ersten Modelle bereits so konstruiert worden, dass sie z.B. mit einem Diesel-elektrisch betriebenen IPS-Antrieb ausgerüstet werden können.

Neue Modelle wie diese Pardo Endurance 60 sind bereits für die Installation des hybriden Volvo Penta IPS-Antriebs geeignet.

www.volvopenta.com